Bestehende Lüftungsanlagen erweitern – ohne Systemstillstand

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Veröffentlicht am:
27. April 2026

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In vielen Betrieben sieht die Lüftungsanlage nach ein paar Jahren ganz anders aus als ursprünglich geplant. Neue Maschinen, zusätzliche Prozesse und weitere Arbeitsplätze sorgen dafür, dass immer wieder neue Absaugpunkte hinzukommen – und die bestehende Anlage mitwachsen muss.

Genau dann taucht eine zentrale Frage auf: Wie lässt sich eine bestehende Lüftungsanlage erweitern, ohne die Produktion für Tage stillzulegen? Dieser Beitrag zeigt, wie Betreiber von Anlagen für chemisch belastete Prozessluft Erweiterungen im Bestand planen und umsetzen können – mit Sattelstücken, strömungsoptimierten Formteilen und dem EffiTech Stecksystem von Beck.

Warum Erweiterungen im Bestand zur Regel werden

Kaum eine Prozessluftanlage bleibt über ihre gesamte Lebensdauer unverändert. Typische Auslöser sind:

  • neue Prozesse oder Produkte,
  • zusätzliche Arbeitsplätze, die abgesaugt werden müssen,
  • höhere Anforderungen an Emissionen und Arbeitsschutz.

In Laboren, Galvaniken, Chemie- oder Pharmaanlagen wird dann schnell klar: Einfach „neu bauen“ ist keine Option. Die bestehende Lüftungsanlage muss erweitert werden – möglichst dort, wo die neue Prozessluft tatsächlich anfällt, und möglichst ohne die gesamte Abluftanlage außer Betrieb zu nehmen.

Die Herausforderung: Erweiterung ohne langen Stillstand

Theoretisch könnte man jede Erweiterung so lösen, wie es auf der Baustelle üblich ist: Rohrleitung auftrennen, neues T Stück einbauen, neu montieren, prüfen. Praktisch ist das in einer laufenden Prozessluftanlage allerdings schwierig, denn

  • Leitungen sind oft nur schwer zugänglich,
  • der Umbau erfordert das vollständige Abschalten einzelner Stränge und
  • jeder Eingriff bringt das Risiko zusätzlicher Leckagen mit sich.

Darum setzen viele Planer und Betreiber bei der Nachrüstung auf Komponenten, die speziell dafür entwickelt wurden, bestehende Lüftungsanlagen zu erweitern – mit möglichst geringem Eingriff in das vorhandene System und minimalen Stillstandzeiten.

Nachträgliche Abzweigung: Wann das Sattelstück im Vorteil ist

Spätestens wenn klar ist, wo ein zusätzlicher Absaugpunkt entstehen soll, stellt sich die Frage nach der passenden Einbindung in den bestehenden Strang. Gerade in Bestandsanlagen hat sich hier eine Lösung bewährt: das Sattelstück.

Ein typisches Szenario: Der Hauptstrang einer Abluftanlage läuft bereits unter der Hallendecke, die Anlage funktioniert, aber es wird ein zusätzlicher Absaugpunkt benötigt – zum Beispiel für ein neues Becken in der Galvanik oder einen zusätzlichen Abzug im Labor. An dieser Stelle spielt das Sattelstück seine Stärken aus. Es wird auf eine bestehende Rohrleitung aufgeschweißt und schafft eine nachträgliche Abzweigung vom Hauptstrang in einen Nebenstrang, ohne dass der komplette Strang demontiert werden muss.

Der große Vorteil gegenüber einem nachträglich eingebauten T Stück: Statt Demontage, Neuausrichtung und Neumontage des Rohrabschnitts ist nur ein punktueller Eingriff erforderlich. Die Lüftungsanlage muss meist nur kurz abgeschaltet werden, der betroffene Bereich bleibt überschaubar und große Teile der Anlage können weiterlaufen.

Wenn Sie tiefer in die Frage einsteigen möchten, wann Sattelstück und wann T Stück die bessere Wahl sind, empfehlen wir Ihnen unseren vorherigen Blogbeitrag „Sattelstück vs. T Stück: Wann lohnt sich die nachträgliche Abzweigung?“.

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Best-Practice: Drei typische Erweiterungssituationen

Wer eine Lüftungsanlage erweitern oder eine Prozessluftanlage nachrüsten möchte, steht meist vor einem dieser drei Szenarien:

1. Neue Verbrauchsstelle im bestehenden System
Eine zusätzliche Maschine, ein weiteres Becken oder ein zusätzlicher Laborarbeitsplatz muss angebunden werden.
Lösung: Nachträgliche Abzweigung mit Sattelstück und neuem Nebenstrang.

2. Kapazitätserhöhung in Teilbereichen
Bestehende Prozesse werden intensiver genutzt – die bisherigen Absaugpunkte reichen nicht mehr aus oder sollen ergänzt werden.
Lösung: Zusätzliche Abzüge am vorhandenen Strang, Erweiterung mit strömungsoptimierten Formteilen.

3. Layout-Änderung in Labor oder Produktion
Anlagen werden umgestellt, Arbeitsplätze wandern, neue Zonen entstehen.
Lösung: Anpassen bestehender Rohrleitungen, zusätzliche Abzweigungen, Kombination aus Sattelstücken und flexiblen Steckverbindungen.

In allen drei Fällen gilt: Je weniger bestehende Leitungen demontiert werden müssen, desto schneller und sicherer lässt sich die Lüftungsanlage erweitern.

EffiTech Stecksystem: Erweiterung ohne Schweißen und Kleben

Neben klassischen, verschweißten Rohrleitungssystemen bietet Beck mit dem EffiTech Stecksystem eine Lösung, die speziell für schnelle Erweiterungen und Umbauten entwickelt wurde und somit ideal für die Nachrüstung von Prozessluftanlagen im Bestand ist.

Das Prinzip ist einfach: Die Komponenten werden werkzeuglos per Hand zusammengesteckt und eine 5 fach eingespritzte Elastomer-Lippendichtung sorgt zudem für:

  • absolut dichte, chemikalienbeständige Verbindungen,
  • automatische Ausrichtung beim Stecken,
  • wieder lösbare und damit flexible Verbindungen.

Anstatt also Schweißarbeiten in bestehenden Anlagen zu planen, können so neue Leitungen mit EffiTech wie ein Baukastensystem montiert werden. Das verkürzt die Montagezeit deutlich und reduziert Stillstandzeiten auf ein Minimum.

Mehr über das EffiTech Sytsem

Schritt für Schritt: Wie eine Nachrüstung typischerweise abläuft

Damit eine Erweiterung im Bestand reibungslos funktioniert, hat sich in der Praxis ein klarer Ablauf bewährt.

1. Bestand und Ziel definieren

Zunächst wird erfasst:

  • Welche Volumenströme sind bereits vorhanden?
  • Wo sollen zusätzliche Absaugpunkte entstehen?
  • Welche Werkstoffe kommen zum Einsatz (z.B. PVC, PVC UV, PP, PPs, PPs el, PVDF, PE)?
  • Wie gut sind die vorhandenen Leitungen erreichbar?

Diese Bestandsaufnahme bildet die Basis für die Frage, wo Sattelstücke, wo eventuell T Stücke und wo das EffiTech Stecksystem die sinnvollste Lösung sind.

2. Strömung und Dimensionierung prüfen

Gerade bei Nachrüstung von Prozessluft ist es wichtig, die Strömungsverhältnisse im Blick zu behalten. Beck unterstützt hier mit:

  • Strömungsberechnungen,
  • Dimensionierungsvorschlägen für neue Stränge,
  • Auswahl strömungsgünstiger Formteile.

Ziel ist, die Lüftungsanlage zu erweitern, ohne unerwünschte Effekte wie zu hohe Druckverluste, ungleichmäßige Absaugung oder Überlastung des Ventilators zu erzeugen.

3. Montage mit minimalem Eingriff planen

Im letzten Schritt wird die eigentliche Erweiterung so eingeplant, dass der Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird:

  • Arbeiten in geplanten Wartungsfenstern oder produktionsarmen Zeiten,
  • punktuelle Eingriffe mit Sattelstücken statt großflächiger Demontage,
  • Einsatz des EffiTech Stecksystems, um auf Schweißarbeiten verzichten zu können.

So entsteht aus einer komplexen Aufgabe ein klar strukturiertes Projekt: Bestehende Lüftungsanlage erweitern, aber mit überschaubarem Aufwand und ohne langen Systemstillstand.

Sie möchten Ihre Nachrüstung planen? Wir beraten Sie gerne!

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Materialien und Kompatibilität: Wichtig für die Prozesssicherheit

Bei der Erweiterung von Abluft- und Prozessluftanlagen steht nicht nur die Mechanik im Fokus, sondern immer auch die Materialbeständigkeit. Beck bietet Rohrleitungskomponenten und Formteile in einer breiten Werkstoffpalette:

  • PVC / PVC UV für viele Standardanwendungen und Außenbereiche
  • PP / PPs für erhöhte chemische Beständigkeit
  • PPs el für Bereiche mit Anforderungen an elektrostatische Ableitung
  • PVDF für besonders aggressive Medien
  • PE als robuste, vielseitig einsetzbare Lösung

Der Vorteil für Betreiber: Erweiterungen können so geplant werden, dass sie kompatibel zu bestehenden Leitungen sind, sowohl strömungstechnisch als auch hinsichtlich der chemischen Beständigkeit.

Was eine gute Erweiterung von einer „schnellen Lösung“ unterscheidet

Eine Lüftungsanlage zu erweitern, ist mehr als „ein Rohr dazu klemmen“. Gute Lösungen sind technisch sauber geplant: Strömung, Volumenstrom, Druckverlust und Werkstoffe passen zueinander. Gleichzeitig ist die Nachrüstung so organisiert, dass der Betrieb möglichst weiterlaufen kann und spätere Anpassungen möglich bleiben. Genauso wichtig ist die Dokumentation mit CAD-Daten, technischen Unterlagen und Strömungsberechnungen, die die Erweiterung nachvollziehbar und prüfbar machen. Genau hier setzen die Beck-Systeme an: Mit präzise gefertigten Komponenten, passenden Werkstoffen für Prozessluft und gezielter Unterstützung bei Planung und Auslegung. 

Unterstützung durch Beck: Von der Idee bis zur fertigen Erweiterung

Ob Sie eine einzelne neue Abzweigung für ein Laborbecken brauchen oder eine komplette Produktionslinie an die bestehende Abluftanlage anbinden möchten – der Weg ist immer ähnlich: Bedarf klären, Strömung prüfen, geeignete Komponenten auswählen und die Montage so planen, dass der Betrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Beck begleitet Sie dabei mit persönlicher Beratung zu Sattelstücken, Rohrleitungskomponenten und dem EffiTech Stecksystem, mit Strömungsberechnungen und Empfehlungen zur Dimensionierung, mit CAD-Daten und technischen Dokumentationen für Ihre Planung sowie mit einem Sortiment, das konsequent auf chemisch belastete Prozessluft ausgelegt ist. So wird aus der Frage „Wie können wir unsere Lüftungsanlage erweitern, ohne alles stillzulegen?“ eine klare, umsetzbare Lösung – Schritt für Schritt, mit System.

Wir unterstützen Sie bei Ihrem nächsten Projekt

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, eine bestehende Lüftungs- oder Prozessluftanlage zu erweitern, unterstützen die Experten von Beck Sie gern persönlich. Gemeinsam prüfen wir Ihre Ausgangssituation, definieren die passende technische Lösung und begleiten Sie von der Planung bis zur Umsetzung. 

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